Jeder von uns wird irgendwann einmal im Leben enttäuscht. Das ist ganz normal und lässt sich nicht vermeiden, schon allein deshalb nicht, weil Enttäuschung eine bevorzugte Waffe des Feindes ist. Er setzt vor allem auf die Art von Enttäuschung, die Gott als Lügner dastehen lässt. Ein Beispiel.
Nehmen wir einmal an, du hast Gott für einen neuen Job geglaubt. Die Stelle klang fantastisch und du hast die Vorgehensweise aus Markus 11 angewandt und Gott darum gebeten, das Erwünschte empfangen und ihm dafür gedankt. Danach hast du dich auf die biblische Zusage gestellt und mehrfach täglich proklamiert:
„Wenn mein Gott für mich ist, wer sollte gegen mich sein?“
Römer 8,31
Der Zwischenbescheid flatterte dir ins Haus, du hast proklamiert. Dann folgte eine lange Zeit des Wartens und du hast weiter proklamiert und eisern an Gottes Zusage festgehalten. Doch dann geschah das Unfassbare: Statt der erhofften Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommst du eine Absage! Wie ist das möglich? Was ist passiert und wie gehst du damit um?
Ich möchte mal behaupten, der Großteil der Christen verfällt in so einem Fall in Fatalismus und denkt: Dann sollte es eben nicht sein. Vielleicht sagen auch wohlmeinende Geschwister zu dir Dinge wie „Mach dir nichts draus, dann hat Gott eben was Besseres für dich!“ oder „Wahrscheinlich wärst du da sowieso nicht glücklich geworden“ oder die Killerphrase schlechthin: „Gottes Wege sind unergründlich“. Tja, was soll man dazu noch sagen? Hat halt nicht sollen sein!
Wirklich? Nicht, wenn das wahr ist, was in meiner Bibel steht. Denn ich lese da ganz eindeutig:
Alles, worum wir in Jesu Namen bitten, wird er tun.
Johannes 14,13
Alles? Alles. Alles! Vorausgesetzt natürlich, wir gehen so vor, wie er es uns gelehrt hat: Wir bitten, empfangen, danken. Eigentlich ganz einfach. Was aber danach kommen muss, ist Glaube. Und an diesem Punkt gehen wir oft fehl. Denn Glaube, das ist nicht mentale Zustimmung. Wenn du für etwas glaubst, dann darf sich das nicht im Bereich von „ich hoffe, dass es passiert“ bewegen. Da dürfen keine Gebete auftauchen im Stil von „falls es dein Wille ist, dann…“ oder „ich bitte dich so sehr, nur dieses eine Mal!“.
Glaube braucht vorausgehende Gewissheit. Gewissheit darüber, dass etwas dem Willen Gottes entspricht oder zumindest aus biblischer Sicht nichts dagegen spricht. Und auch Gewissheit darüber, dass man das, worum man gebeten hat, nach dem Gebet bereits besitzt. Besitzender Glaube aber hat nichts zu tun mit Hoffnung. Da ist kein hoffentlich oder vielleicht oder was, wenn nicht involviert. Da ist nur noch Jubel, Freude, Vorfreude und begeisterte Erwartung dessen, was man bereits empfangen hat.
Wenn es diesmal nicht funktioniert hat, empfehle ich dir genau zu analysieren, woran es gelegen hat. Geh zurück und überlege dir, ob du wirklich geglaubt hast oder ob es mehr ein Zustand geistiger Zustimmung war. Hast du so sehr geglaubt, dass du im tiefsten Innersten überzeugt warst davon? Und hat sich das auch an deinen Worten und Taten ablesen lassen? Hast du zum Beispiel weitere Bewerbungen geschrieben, nur für den Fall, dass…? Wie hast du über deine Bewerbung gesprochen, falls du anderen davon erzählt hast (Spoiler: würde ich in Zukunft unterlassen, aber dazu ein andermal mehr)? Sei schonungslos ehrlich mit dir selbst und finde heraus, wie es sich anfühlt, wenn du etwas wirklich glaubst. Das kannst du gezielt üben, indem du Gott um weniger weltbewegende Dinge bittest als um einen neuen Job.
Jetzt bist du enttäuscht, verständlich. Aber genau jetzt entscheidet es sich, wie es für dich weitergeht! Wirst du enttäuscht bleiben? Wirst du Gott die Schuld geben und ihn anklagen, weil er dir angeblich nicht gegeben hat, worum du ihn gebeten hast? Denk an Matthäus 7: Wenn du um ein Brot bittest, gibt Gott dir keinen Stein! Wenn du zulässt, dass die Enttäuschung Raum in dir gewinnt, wird sie sich in Entmutigung verwandeln, vielleicht sogar, wenn du ihr lange genug nachgehst, in eine depressive Stimmung oder eine echte Depression. Lass das keinesfalls zu!
Betrachte das Ergebnis aus der Beobachterrolle, wie ein Forscher, der eine Testreihe analysiert, und ziehe die richtigen Schlüsse daraus. Bitte Gott um Offenbarung darüber, was du hättest anders machen können und dann mach es beim nächsten Mal besser! Vielleicht hast du zu früh gebetet, bevor du im Glauben warst. Dann nähre dich beim nächsten Mal länger mit dem Wort, bevor du betest. Was immer es ist, sei gehorsam und lernbereit. Unser Vater will dir so viel mehr geben, als du dir vorstellen kannst! Aber du musst lernen, wie man richtig empfängt.
Bist du bereit?
Wenn du diese Art von Glauben hast, wird selbst eine Absage dir nur ein müdes Lächeln entlocken – weil du genau weißt: dabei bleibt es nicht. Gott hat in dieser Sache das letzte Wort! Genau das ist mir schon einmal passiert und ich möchte dich damit ermutigen. Am Ende bekam ich den Job dann doch, wenn auch mit Verspätung und erst, nachdem der Kandidat, der eingestellt worden war, die Firma nach wenigen Wochen wieder verlassen hatte! Glaube versetzt Berge. Aber nur, wenn er echt ist.


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